Forschungsinformationssysteme (FIS) verknüpfen wissenschaftliche, technische und organisatorische Aspekte moderner Forschungsinstitutionen. Die Anforderungen steigen dabei stetig: Es gilt, wachsende Datenmengen, zunehmende Komplexität und internationale Compliance unter einen Hut zu bringen. Gleichzeitig erwarten Fördermittelgeber, Gutachter und Wissenschaftler flexible, intuitive Werkzeuge für Planung, Dokumentation, Reporting und Auswertung. Dieser Leitfaden fasst die zehn wichtigsten Anforderungen an ein zukunftssicheres FIS praxisnah zusammen und gibt Einblicke in konkrete Anwendungsszenarien.
Die zehn zentralen Anforderungen an ein modernes FIS
1. Flexibles Datenmodell und Unterstützung wissenschaftlicher Standards
Ein FIS muss verschiedene Forschungstypen, Disziplinen und deren spezifische Metadatenmodelle flexibel abbilden können. Hierzu zählen internationale Standards wie CERIF, Dublin Core oder MARC21 sowie die Integration dauerhaft nutzbarer Identifikatoren wie ORCID, DOI und ROR. So gelingt der internationale Datenaustausch, das Zusammenführen von Daten aus Labor-, Feld- und Publikationssystemen und die Vermeidung redundanter Datenerfassung.
Praxisbeispiel: Ein FIS, das automatisch Publikationsdaten aus externen Datenbanken wie PubMed oder Scopus einliest und mit institutionellen Personen- und Projektidentitäten verknüpft, optimiert sowohl Datenqualität als auch Sichtbarkeit.
2. Skalierbarkeit, Performance und Ausfallsicherheit
Datenvolumina wachsen in Forschungseinrichtungen kontinuierlich. Ein FIS muss daher modular aufgebaut, hochverfügbar sowie performant und skalierbar sein, um auch bei Spitzenlasten stabil zu bleiben. Dazu gehören redundante Systeme, regelmäßige Backups und ein durchdachtes Disaster-Recovery-Konzept.
Best Practice: Internationale Verbundforschungsprojekte mit Hunderten Nutzern profitieren von Echtzeitsynchronisation und hohen Antwortgeschwindigkeiten – Wartezeiten und Systemabbrüche sind inakzeptabel.
3. Interoperabilität und Integration (APIs, Schnittstellen, Austauschformate)
Ein modernes FIS verbindet sich über standardisierte Schnittstellen (REST, OAI-PMH, SWORD, SOAP) nahtlos mit ERP-Systemen, Bibliotheken, Forschungsdatenmanagement-Plattformen (RDM) und Open Access-Repositorien. Die Unterstützung von Linked Open Data und automatisierten Imports aus externen Datenbanken sowie der Export in Berichterstattungsformate (Berichtsanlässe, Förderprogramme) ist unerlässlich.
Use Case: Der automatische Datenabgleich mit nationalen und internationalen Fördermittelgeberdatenbanken vereinfacht das Antragsmanagement und harmonisiert die Berichterstattung.
4. Nutzerfreundlichkeit, Usability und Barrierefreiheit
Nur eine intuitive, rollenbasierte Oberfläche fördert die breite Akzeptanz bei Forschenden, Verwaltungsangestellten und externen Partnern. Individualisierbare Dashboards, verständliche Workflows und barrierefreie Gestaltung (z.B. nach BITV/WCAG) sind zentrale Erfolgsfaktoren.
Praxisimpuls: Insbesondere barrierefreie Zugänge eröffnen allen Mitarbeitenden gleichberechtigte Nutzungsmöglichkeiten und erfüllen regulatorische Anforderungen, etwa bei öffentlich geförderten Einrichtungen.
5. Rechtemanagement, transparente Workflows und Nachvollziehbarkeit
Komplexe Forschungsprozesse erfordern fein granulare Rechte- und Rollenkonzepte, flexible Freigabestufen sowie lückenlose Dokumentation (Audit-Trails). So wird nachvollziehbar, wer, wann und warum Daten verändert oder freigegeben hat – eine Grundvoraussetzung für die Revisionssicherheit im Rahmen von Projektbegutachtungen und Förderabrechnungen.
Anwendungsfall: Der Weg von der Projekteingabe bis zur Veröffentlichung wird über automatisierte Workflows, Mehr-Augen-Prinzip und Protokollierung transparent und zuverlässig nachvollziehbar gestaltet.
6. Datenschutz, Datensicherheit und Compliance-Management
Neben technischen Maßnahmen wie TLS-Verschlüsselung, Zwei-Faktor-Authentifizierung und regelmäßigen Sicherheitsupdates ist ein Gesamtkonzept aus organisatorischen und technischen Vorkehrungen entscheidend. Dazu zählen etwa die Schulung der Nutzer, Sensibilisierung für Datenschutzbestimmungen, klare Aufbewahrungskonzepte und ein zeitnahes Patchmanagement. Sensible Forschungsdaten (z.B. Patientendaten oder geheime Projektdetails) werden bedarfsgerecht abgesichert oder in separaten Systemen verwaltet.
Hinweis: Moderne FIS unterstützen auch die Deklaration und differenzierte Verarbeitung schützenswerter Daten sowie die Nachweispflicht internationaler DSGVO-Varianten.
7. Leistungsstarkes Reporting, Auswertung und Controlling
Klassische Standardberichte reichen angesichts steigender Berichtspflichten nicht mehr aus: Moderne FIS liefern automatisierte, individuell anpassbare Dashboards – auch für hochdetaillierte Fördermittelauswertungen gemäß BMBF-, DFG- oder EU-Vorgaben. Sie bieten Mandantenfähigkeit (getrennte Datenhaltung für Organisationsstrukturen, Verbünde) und unterstützen datengetriebene Entscheidungen.
Beispiel: Bei der Abrechnung von EU-geförderten Forschungsprojekten werden komplexe Mittelverwendungsnachweise automatisch generiert, was Fehlerquellen und Nachfragen minimiert.
8. Unterstützung von Open Science, FAIR-Prinzipien und DMPs
Ein zukunftssicheres FIS begleitet Open-Science-Initiativen, fördert Datenverfügbarkeit nach den FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) und erlaubt die Integration von Data Management Plans (DMPs). Die automatische Generierung und Pflege von Metadaten sowie der transparente Datenexport nach Open Access- und Repositorienstandards sind elementar.
Anwendung: KI-gestützte Suche und Klassifikation helfen, relevante Projektergebnisse gezielt zu teilen und fördern die Vernetzung innerhalb der Scientific Community.
9. Nachhaltigkeit, Erweiterbarkeit und Community-Einbindung
Die Entwicklung des FIS sollte laufend am Stand der Technik orientiert bleiben. Zertifizierungen wie CoreTrustSeal, umfangreiche API-Dokumentation, Schnittstellen zu Open-Source-Modulen und eine aktive Nutzercommunity sind Indikatoren für Nachhaltigkeit. Regelmäßige, transparente Updates und ein Ausbau um KI- oder Analysefunktionen sichern die Zukunftsfähigkeit einer FIS-Plattform.
Praxisbeispiel: Die Integration von KI-Algorithmen zur Literaturrecherche und Publikationsanalyse, inklusive nachvollziehbarer Entscheidungslogik (Explainable AI), stärkt das Vertrauen in die Systematik.
10. Unterstützung beim Migrationsmanagement und Einführung
Eine FIS-Einführung ist ein anspruchsvoller Veränderungsprozess. Erfolgreiche Projekte kombinieren Migrationswerkzeuge für Altdaten, umfangreiche Schulungsmaterialien, umfangreichen Support sowie Akzeptanzförderung über Pilotprojekte und User Groups. Voraussetzung ist eine offene Kommunikation der Ziele und Vorteile sowie ein klar strukturiertes Changemanagement.
Use Case: Eine Hochschule migriert historische Projektakten, verlinkt diese mit bestehenden Publikationen und bietet anwendungsbezogene Trainings für Verwaltung und Wissenschaft an.
Wichtige Perspektiven aus der Praxis
Die Einführung oder Erweiterung eines FIS stellt Organisationen oft vor Herausforderungen, etwa beim Übergang von Insellösungen oder der Erfüllung internationaler Standards. Typische Szenarien sind:
- Automatisierte Projekteinreichung und mehrstufige Bewilligungsprozesse
- Konsolidierung dezentral geführter Publikationslisten in ein einheitliches Berichtswesen
- Unterstützung von Forschungsnetzwerken mittels Visualisierung gemeinsamer Themen und Akteure
- Integration mit Forschungsförderern: Standardisierte Schnittstellen vereinfachen Antrags- und Controllingprozesse
- Förderung der Akzeptanz durch nutzerzentrierte Schulungen und Ansprechpartner vor Ort
Fehler in der Praxis, etwa durch lückenhafte Migration, unvollständige Rechtekonzepte oder fehlende offene Schnittstellen, führen schnell zu Systembrüchen und Akzeptanzverlust – daher sollten Auswahl, Einführung und Betrieb eng nach den genannten Anforderungen bewertet werden.
Die FIS-Lösung von GLOMAS – Fokus auf die Kernthemen der Wissenschaftsverwaltung
Insbesondere die Vielzahl an technischen, organisatorischen und regulatorischen Anforderungen macht eine spezialisierte, skalierbare Lösung erforderlich. Die Forschungsinformationssystem-Software von GLOMAS adressiert diese Herausforderungen gezielt:
- Flexible Architektur und rollenbasierte Oberflächen fördern die schnelle Adaption durch unterschiedliche Nutzergruppen.
- Umfangreiche Schnittstellen und Integration mit Fördermittelgeber- und Open-Access-Infrastrukturen decken aktuelle Standards und zukünftige Anforderungen ab.
- Hohe Sicherheitsstandards (z.B. TLS-Verschlüsselung, fein abgestufte Rechteverwaltung) und umfassende Compliance-Mechanismen gewährleisten Datenschutz und Nachvollziehbarkeit.
- Unterstützung internationaler Anforderungen, Multi-Mandantenfähigkeit sowie nachhaltige Weiterentwicklung sorgen für Investitions- und Zukunftssicherheit.
Die GLOMAS FIS-Lösung ist praxiserprobt, schnell skalierbar, durch umfangreiche Dokumentation sowie eine engagierte Anwender-Community langfristig betreubar und bietet einen souveränen Weg zur Zentralisierung und Professionalisierung Ihres Forschungsdatenmanagements.
Weiterführende Informationen, Anwendungsbeispiele und den Kontakt für eine unverbindliche Beratung finden Sie unter glomas.de/forschungsdokumentation.
Fazit: FIS als strategische Plattform – Effizienz, Compliance und Innovation sichern Zukunftsfähigkeit
Ein modernes FIS ist weit mehr als ein Verwaltungswerkzeug – es ist ein strategisches Fundament, das die IT-, Verwaltungs- und Wissenschaftsprozesse effizient vernetzt. Die zehn Anforderungen zeigen, wie komplexe Aufgaben bewältigt und Chancen neuer Technologien wie KI, Open Science und internationale Zusammenarbeit optimal genutzt werden. Mit der geeigneten Lösung, etwa von GLOMAS, positionieren Sie Ihre Organisation nachhaltig für die Herausforderungen der globalen Forschungslandschaft. Handeln Sie proaktiv – und schaffen Sie jetzt die digitale Basis für exzellente Wissenschaft von morgen.

