Non-Book-Medien

Non-Book-Medien stellen eine breit gefächerte Gruppe physischer Medien und Ausleihobjekte dar, die das klassische Buchangebot Ihrer Bibliothek erweitern.

Produkt:
Bibliotheksmanagement

Fachlich zählen dazu alle physischen, nicht buchförmigen Medien und Gegenstände, die keine gedruckten Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Broschüren, Noten, Loseblattsammlungen oder andere traditionelle Printprodukte sind. Diese Printprodukte werden – beispielsweise in der Deutschen Bibliotheksstatistik (DBS) – separat abgebildet und gelten nicht als Non-Book-Medien.

Zur Gruppe der Non-Book-Medien zählen insbesondere audiovisuelle Medien auf physischen Trägern, Spiele, Technikgeräte, Lern- und Experimentiermaterialien, Medienkoffer sowie eine wachsende Zahl an Alltags- und Spezialobjekten. Vor allem die sogenannten „Bibliothek der Dinge“-Bestände – wie Werkzeuge, Sportartikel oder Haushalts- und Technikgeräte – werden je nach institutioneller und statistischer Zählweise nicht immer allen Non-Book-Medien zugerechnet. Viele Statistikmodelle (wie DBS) führen Geräte, Karten und Kunstwerke daher als gesonderte Kategorien oder als „sonstige Medien“, nicht pauschal als Non-Book.

Durch eine gezielte Integration und eine sachgerechte Verwaltung von Non-Book-Medien können Sie den Erlebniswert Ihrer Bibliothek steigern, neue Zielgruppen erschließen und Ihre Einrichtung als innovativen, niedrigschwelligen und inklusiven Dritten Ort positionieren.

Was sind Non-Book-Medien?

Non-Book-Medien sind physische Nichtdruckmedien und Ausleihgegenstände, die weder klassische Buch- noch Zeitschriftenformate sind. Charakteristische Non-Book-Medien, wie sie nach der DBS in Deutschland abgebildet werden, sind:

  • Audiovisuelle Medien: CDs, DVDs (Regionnummern), Blu-rays (Regionen A/B/C), Schallplatten, Tonbandkassetten, Hörspielkassetten, Hörbücher auf Tonträger, Videokassetten, Dias, MP3-CDs
  • Spiele: Brettspiele, Kartenspiele, Konsolenspiele (mit Plattformspezifizierung, etwa PS5, Nintendo Switch, Xbox), Puzzles, Outdoor-Spiele
  • Mikroformen: Mikrofiche, Mikrofilme
  • Technische Geräte: E-Reader, Tablets, Laptops, Kameras, Beamer, Recorder, Robotik-Sets, CO2-Messgeräte, Energiemessgeräte, 3D-Drucker, WLAN-Hotspots, Nähmaschinen, Werkzeuge, Sport- und Freizeitgeräte, Smart-Home-Komponenten
  • Lern- und Medienkoffer: Experimentier- und Forschungsmaterial, Modellbaukästen, Bastelsets, Kamishibai-Erzähltheater, Lernstifte, Bilderbuchkino-Sets (hier ist eine gesonderte Lizenzierung für Vorführungen erforderlich)
  • Sonderobjekte/Bibliothek der Dinge: Figuren, Makerspace-Ausstattung, Alltags- und Haushaltsgeräte, spezielle Unterrichtsmaterialien

Wichtige Abgrenzungen zur DBS:

  • Nicht zu Non-Book-Medien zählen: Karten/Landkarten, Kunstdrucke, Poster und Reproduktionen (werden je nach Statistik als eigene Kategorie geführt), Musiknoten, Zeitschriften, Zeitungen, Broschüren, Loseblattwerke. Diese sind jeweils eigene Mediengruppen.
  • Bibliothek der Dinge: Werden teils als Non-Book erfasst, teils als „Sonstige Medien“ bzw. gar nicht in die offizielle Bestandsstatistik aufgenommen – diese Systematik sollten Sie in Ihrem Bibliothekssystem nachvollziehbar abbilden.

Synonyme: Nichtbuchmaterialien, Non-Book-Materialien, gelegentlich Sondermedien. „AV-Medien“ bezeichnet ausschließlich audiovisuelle Medien und ist eine Teilmenge der Non-Book-Medien.

Abgrenzung zu E-Medien

Non-Book-Medien sind nach der in Deutschland gängigen Systematik immer an einen physischen Träger gebunden. Rein digitale Inhalte wie E-Books, E-Audios, E-Videos, Streamingangebote oder Datenbanken zählen laut DBS ausdrücklich als E-Medien und werden sowohl systemisch als auch statistisch gesondert behandelt. Beispiele sind Onleihe, OverDrive oder Filmfriend. Die Zuordnung von digitalen Medien sollte sich an der jeweiligen Statistik sowie an den Workflows und Katalogisierungsklassen Ihrer eigenen Institution orientieren.

Bedeutung von Non-Book-Medien für Bibliotheken und Informationsmanagementsysteme

Non-Book-Medien leisten einen bedeutenden Beitrag zur Angebotsvielfalt:

  • Sie sprechen zahlreiche Zielgruppen an: Kinder, Jugendliche, Familien, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Behinderung, Technikaffine, Kreative oder Alltagspraktiker.
  • Das Angebot fördert Bildung und Teilhabe für alle, schafft niederschwellige Zugänge und unterstützt Inklusion, zum Beispiel durch barrierefreie Medien wie DAISY-CDs, Materialien in Leichter Sprache, Audiodeskriptionen oder taktile Objekte.
  • Mit Geräten, Experimentierkoffern, Makerspace-Materialien und Spielen stärken Sie aktive Lernformate, kollaboratives Arbeiten und Vermittlungsangebote.
  • Umfang und Breite der Non-Book-Angebote heben Ihre Bibliothek als innovativen Lern- und Begegnungsraum hervor.

Die professionelle Verwaltung verlangt anspruchsvolle Funktionen im Bibliotheksmanagementsystem: Differenzierte Medienarten, Komponentenverwaltung, Reservierungs- und Ausleihsteuerung, Lizenzmanagement und barrierefreie Katalogeinträge sind zentrale Erfolgsfaktoren.

Katalogisierung, Erfassung und Metadatenmanagement

Die präzise, normgerechte Erfassung von Non-Book-Medien in Ihrem Bibliothekssystem (z. B. LMS oder ILS) stellt die Grundlage für Auffindbarkeit, Rechtssicherheit und effiziente Nutzung dar.

Berücksichtigen Sie insbesondere:

  • Medientyp/Exemplarart: Exakte Zuordnung, etwa „Blu-ray (Region B)“, „Nintendo Switch-Spiel“, „Robotik-Set“, „CO2-Messgerät“, „Experimentierkoffer“; dies ermöglicht gezielte Filter und Ausleihregeln.
  • Technische Details:
    • AV-Medien: Laufzeit, Medium (DVD, Blu-ray), Regioncode (DVD: Regionnummer; Blu-ray: Region A/B/C), Bildformat, Aspect Ratio, Sprache/Untertitel, Systemdetails (MARC 538), technische Spezifika (MARC 344–347), Normnummern (EAN/UPC/GTIN, ISRC, ISAN/EIDR).
    • Spiele: Plattform/Plattform-ID, Mitwirkende, Anzahl Spieler, Spieldauer, Komplexität, Sprachversionen, On-/Offline-Funktionen.
    • Geräte: Seriennummer, Betriebssystem/Firmware, MAC/IMEI, Anschlüsse/Zubehörlisten, Wartungsstatus (DGUV Vorschrift 3 nach DIN VDE 0701-0702, Prüfzertifikat), Garantie, Mobile-Device-Management (MDM/EMM), Software-Lizenzen/EULA.
  • Komponentenmanagement: Stücklisten mit Bildern und Teilnummern (Checklisten für Ausgabe/Rücknahme), Ersatzteilquellen; fehlende Teile im System dokumentieren und einen Schadenprozess vorsehen.
  • Barrierefreiheit: Indexierung von Medien mit Audiodeskription, Gebärdensprachspur, Leichter Sprache und taktilen Elementen; MARC-Felder wie 341 (Accessibility Content) und 532 (Accessibility Note), ONIX Codelist 196 oder schema.org a11y können für standardisierte Kennzeichnungen genutzt werden.
  • Altersfreigaben/Zielgruppen: FSK für Filme, USK für Games (rechtlich bindend in Deutschland, Jugendschutzgesetz § 12, § 14), PEGI als Zusatzinformation. Lehr- und Informationsprogramme sind explizit als solche zu kennzeichnen – sie sind altersfrei und dürfen an Minderjährige verliehen werden.
  • Rechte und Lizenzen: Für die Ausleihe physischer Non-Book-Medien greift die Bibliothekstantieme, die i. d. R. von den Trägern pauschal an die Verwertungsgesellschaften (VG Wort, VG Bild-Kunst, GVL) entrichtet wird. Für öffentliche Wiedergabe/Vorführungen/Musikberieselung sind jedoch zusätzliche Rechte nötig (etwa über MPLC, Verlagslizenzen für Bilderbuchkino, GEMA, Einzelverleiher).
  • Normdaten und Identifikatoren: MARC21: 336/337/338 (Inhalt/Medientyp/Datenträgertyp), 344‒347 (technische Angaben), 708/711/700/710 $e (Mitwirkende mit Rolle), 655 (Genre/Form), 773/774 (Beziehungen zu Sets/Serien), 024/028 (Standardnummern/Herausgebernummern), 500/505/588 (Bemerkungen/Quellenvermerk), 034/255 (für Karten), 521 (Zielgruppe), 300 $e (Begleitmaterial), Asset-Tagging.

GLOMAS empfiehlt, die Katalogisierung nach aktuellen RDA- und MARC21-Standards vorzunehmen und die gewünschten Metadaten mit Lieferanten zu vereinbaren.

Erwerbung, Auswahl und Lizenzierung

Die Beschaffung von Non-Book-Medien stellt besondere Anforderungen an Qualität, Rechtssicherheit und didaktische Eignung:

  • Nutzerorientierung: Die Auswahl erfolgt auf Basis von Trends, Nutzerwünschen und pädagogischem Mehrwert; dabei sind auch neue Medienarten zu prüfen.
  • Qualitätskontrolle: Robuste Verpackungen und langlebige Materialien sind entscheidend, insbesondere für Lern- und Kindermedien und Geräte.
  • Barrierefreiheit: Medien mit barrierefreien Merkmalen (z. B. Audiodeskription, Gebärdensprache, SDH-Untertitel, Leichte Sprache, taktile Varianten) sollten bevorzugt und in den Metadaten gekennzeichnet werden.
  • Didaktische Eignung/Sozialwert: Berücksichtigen Sie Altersstufen, pädagogische Zertifikate, Lernziele und gesellschaftliche Relevanz.
  • Rechtslage/Lizenzen: Für die Leihe genügt die pauschal vergütete Bibliothekstantieme; für öffentliche Veranstaltungen oder digitale Ausspielungen bedarf es individueller Vereinbarungen (z. B. MPLC deckt nicht alle Studios/Filme, Einzelvereinbarungen für Bilderbuchkino). Die Einhaltung der jeweiligen Endnutzer-Lizenz (EULA), insbesondere bei Geräten mit vorinstallierter Software oder verknüpften Accounts, muss geprüft sein.
  • Jugendschutz: Die gesetzlichen Vorgaben des JuSchG für Altersfreigaben sind einzuhalten. Medien für Minderjährige ohne Freigabe dürfen grundsätzlich nicht ausgeliehen werden, ausgenommen explizit als Lehr- oder Informationsprogramme gekennzeichnete Medien (JuSchG § 14).
  • Fernleihe und Kooperation: Non-Book-Medien sind häufig von der Fernleihe ausgeschlossen. Verpackungs-, Versand- und Haftungsregelungen sollten individuell festgelegt werden.

Für eine effektive Etatsteuerung empfiehlt sich die getrennte Etatführung nach Medienarten und die Vereinbarung normkonformer Katalogisierungsdaten (z. B. ONIX/MARC21) mit Anbietern.

Ausleihe, Benutzungsregeln und Workflow

Non-Book-Medien erfordern angepasste Ausleih- und Verwaltungsvorgänge:

  • Leihfristen: Medientypbezogene Fristen – z. B. kürzere für DVDs, längere für Konsolen oder Geräte.
  • Gebühren/Kautionen: Für besonders wertvolle Medien empfiehlt sich eine Kaution, abgestufte Gebühren je Risikoprofil können Verluste minimieren.
  • Reservierung und Übergabe: Digitale Reservierungs- oder Slotbuchungssysteme (mit Übergabefotodokumentation und Checklisten) erleichtern Planung, Pufferzeiten für Reinigung/Funktionsprüfung sind zu berücksichtigen.
  • Haftung/Nutzungsordnung: Geräteverleih und riskante Gegenstände erfordern schriftliche Vereinbarungen, Nutzungsregeln, ggf. rechtssichere Einwilligung der Eltern bei Minderjährigen.
  • Sicherheitsprüfung: Geräte müssen vor Ausgabe/Dauereinsatz (z. B. im Makerspace) nach DGUV Vorschrift 3/DIN VDE 0701-0702 überprüft werden; bei Tablets oder Laptops ist ein DSGVO-konformer Werksreset und zuvor das Löschen persönlicher Daten Pflicht. Bei WLAN-Hotspots oder Smart Devices ist der Umgang mit Accounts, Zugangsdaten und Passwörtern zu dokumentieren.
  • Komponenten- und Setrückgabe: Setmanagement mit Teilnummern, Zählbelegen, Bildern und ggf. Gewichtskontrolle sichert den Rückgabeprozess ab. Fehlende/defekte Teile werden transparent dokumentiert, ggf. Ersatz/Kostenersatz verlangt.
  • No-Show-Rate: Monitoring von Reservierungen und ungenutzten Slotbuchungen verbessert die Nutzungsplanung und reduziert Leerlauf.

Fehlerquellen:

  • Falsche Typzuweisung (z. B. Non-Book-Medien als Buch katalogisiert)
  • Unvollständige Komponentenlisten (Verlust von Zubehör)
  • Missachtung von Altersfreigaben oder EULA/Lizenzen (Verstoß gegen Jugendschutz oder Nutzungsrechte)
  • Fehlende Lizenz- und Vorführrechte bei Veranstaltungsmedien (z. B. Bilderbuchkino)

Bestandspflege, Sicherheit und Inventur

Bestandsmanagement für Non-Book-Medien umfasst den gesamten Lebenszyklus:

  • Verpackung und Lagerung: Stabile, beschriftete Transportboxen, Inlays für Kleinteile, beschriftete Aufbewahrungssysteme.
  • Kennzeichnung und Diebstahlschutz: Barcodes/Asset-Tags auf Haupt- und Einzelteilen; RFID ist von vielen Bibliotheken auch für Non-Book-Medien üblich, sollte aber auf Wirtschaftlichkeit geprüft werden; Dummys, Regalkarten oder gesicherte Präsentation im Freihandbereich erhöhen Sicherheit.
  • Reinigung und Wartung: Regelmäßige Pflege (z. B. Scheibenreparatur, Headset-Desinfektion, Austausch von Verschleißteilen), Ersatzteilverwaltung.
  • Prüfung und Sicherheit: Durchführung und Dokumentation nach DGUV V3, DIN VDE 0701-0702, CE, Produktsicherheitsgesetz, PSA-Verpflichtungen bei Werk-/Sportgeräten.
  • IT-Sicherheit/Datenschutz: Verschlüsselung, Datenlöschung nach BSI-Empfehlungen (z. B. DIN 66399 für Datenträgervernichtung), Logging, Remote-Wipe-Funktionalität.
  • Inventur/Bestandsaufnahme: Systematische Erfassung aller Komponenten, Fotodokumentation, regelmäßige Kontrolle per Bestandsliste.
  • Obsoleszenz und Entsorgung: Strategien zur Migration, Ersatzplanung und umweltgerechten Entsorgung (Datenträgervernichtung, Akku-/Geräterecycling).

Reporting, Controlling und Auswertung

Das Reporting zu Non-Book-Medien ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage:

  • KPIs: Umschlagshäufigkeit, Nutzungsdauer, Verfügbarkeits- und Ausleihquoten, Verlust-/Schadensraten, Ersatzteil- und Reparaturkosten, No-Show-Rate bei Reservierungen, Mean Time Between Failures (Geräte), TCO (Total Cost of Ownership).
  • Bestandssteuerung: Identifizierung von über- und untergenutzten Formaten, gezielte Aussonderungen, Nachnutzung und Ersatzteilrückgewinnung.
  • Präsentation: In Discovery-Systemen erleichtern Filter (Konsolentyp, FSK/USK, Barrierefreiheit), benutzerfreundliche Klartextbezeichnungen und aussagekräftige Piktogramme die Medienauswahl.

Praxisnahe Tipps für die Verwaltung von Non-Book-Medien

  • Standardisieren Sie Medientypen, Exemplararten, Katalogdaten und Komponentenlisten systemweit; definieren Sie Schnittstellen zu Lieferanten.
  • Hinterlegen Sie alle technischen, rechtlichen und sicherheitsrelevanten Angaben (auch zu digitalen Komponenten).
  • Bearbeiten Sie Medien mit Setmanagement, Checklisten, Fotodokumentation und Ersatzteilverwaltung.
  • Schulen Sie Ihr Team regelmäßig zu Bestandserhaltung, Sicherheit, Jugendschutz und Technikverwaltung.
  • Implementieren Sie umfangreiche Reporting- und Auswertungstools.
  • Stellen Sie Anleitungen (auch in Leichter Sprache und als Video), Quickstart-Guides und Onboarding für Nutzerinnen und Nutzer bereit.
  • Berücksichtigen Sie alle Datenschutzauflagen (z. B. Werksreset, Accounts entfernen), Haftungs- und Versicherungsfragen.
  • Setzen Sie auf nachhaltige Beschaffung, Ersatzteillösungen und umweltgerechte Entsorgung von Altgeräten.
  • Sorgen Sie für transparente Erfassung aller Lizenzinformationen (insbesondere bei Hardware mit Software-Accounts).
  • Passen Sie Leihbedingungen, Gebühren und Reservierungsworkflows je nach Medientyp an.
  • Nutzen Sie moderne Ausleihsysteme (RFID, Theken-/Selbstverbuchung, flexible Reservierung).

Häufige Fragen zu Non-Book-Medien

Wie unterscheiden sich Non-Book-Medien von Karten, Noten, Zeitschriften oder Broschüren?

Non-Book-Medien schließen sämtliche traditionellen Druckerzeugnisse explizit aus. Karten, Kunstdrucke, Noten, Zeitschriften, Zeitungen und Broschüren sind eigene Medienarten (keine Non-Book-Medien nach DBS) und werden separat erfasst.

Sind E-Medien Teil der Non-Book-Medien?

Nein. Rein digitale Medien wie E-Books, E-Audio, E-Video und Streamingdienste bilden in den meisten Bibliotheken und nach DBS eine eigene Medienart („E-Medien“) und werden getrennt von Non-Book-Medien bilanziert. Die Umsetzung sollte sich strikt an der jeweiligen Systematik Ihrer Bibliothek orientieren.

Worauf ist bei Altersfreigaben zu achten?

In Deutschland sind für Bildträger die FSK, für Games die USK maßgeblich (beides verbindlich nach JuSchG). PEGI dient als ergänzende, nicht rechtsverbindliche Information. Lehr- und Informationsprogramme sind explizit altersfrei und dürfen an Minderjährige verliehen werden, sofern sie als solche ausgewiesen sind.

Was ist im Zusammenhang mit Lizenzen und Urheberrecht bei Ausleihe und Nutzung zu beachten?

Für die Ausleihe physischer Non-Book-Medien reicht die Begleichung der Bibliothekstantieme (pauschal entrichtete Vergütung durch die Träger an Verwertungsgesellschaften). Bei öffentlichen Veranstaltungen, Vorführungen, Bilderbuchkino oder Musiknutzung (z. B. im Rahmen von Workshops) benötigen Sie stets gesonderte Rechte (z. B. MPLC, Filmverleiher, GEMA, Verlagslizenzen).

Welche Metadaten sind für eine professionelle Katalogisierung notwendig?

Zu dokumentieren sind Medientyp/Trägerspezifikum, technische Angaben (Format, Plattform, Laufzeit, Regioncode), Begleitmaterial und Komponenten, Mitwirkende (inkl. Rolle), Altersfreigabe, Zielgruppe, Sprache/Untertitel, Identifizierer (EAN/UPC, Seriennummer), Normdaten (z. B. GND, MARC21-Felder), Zugänglichkeit/Barrierefreiheitsmerkmale.

Wie laufen Ausgabe und Rücknahme von Geräten und mehrteiligen Sets ab?

Die Verwaltung erfolgt über Checklisten, Übergabefotodokumentation, Erfassung aller Zubehörteile, Zustand, Seriennummern und relevanter Sicherheitstests. Bei Bedarf wird ein Einweisungs- oder Nutzungsprotokoll genutzt. Bei Rückgabe werden fehlende oder beschädigte Teile dokumentiert und bearbeitet.

Zählen gestreamte Hörbücher oder Online-Medien zu den Non-Book-Medien?

Nein. Physische Ton- und Bildträger wie CD, DVD, Blu-ray oder Kassette zählen zu Non-Book-Medien. Gestreamte und herunterladbare Inhalte (z. B. über Onleihe, Filmfriend, Freegal) sind E-Medien und zu separieren.

Wie wird die Verwaltung von Komponenten und Ersatzteilen bei Medien-Sets umgesetzt?

Mit Checklisten, Stücklisten und gegebenenfalls Fotodokumentation werden alle Teile erfasst. Bei Verlust oder Defekt wird Ersatz besorgt oder nach Nutzungsordnung eine Kompensation verlangt.

Welche Rolle spielt Barrierefreiheit bei Non-Book-Medien?

Medien mit barrierefreien Eigenschaften (Barrierefreiheit: Audiodeskription, Gebärdensprache, Leichte Sprache, taktile Elemente) fördern die Inklusion. Sie sollten systematisch katalogisiert, gekennzeichnet und über Suchfilter auffindbar sein.

Ist die Fernleihe von Non-Book-Medien möglich?

In vielen Bibliotheken ist die Fernleihe für Non-Book-Medien eingeschränkt oder auf bestimmte Materialarten beschränkt. Die Bedingungen hängen vom Wert, der Transportfähigkeit und der Sensibilität der Medien ab. Beachten Sie logistische, haftungs- und versandrechtliche Aspekte ausdrücklich.

Wie gehen Bibliotheken mit fehlenden oder defekten Teilen bei Non-Book-Medien um?

Fehlende oder beschädigte Komponenten werden im System sowie beim Rückgabeprozess dokumentiert. In der Regel wird Ersatz beschafft oder ein Kostenersatz eingefordert. Bis zur Klärung kann die erneute Ausleihe gesperrt werden.

Wie werden Non-Book-Medien im Freihandbereich gesichert?

Sicherungen erfolgen etwa durch Dummys, gesicherte Hüllen, Regalkarten, Thekenausgabe, Barcodes, RFID-Tags (je nach Strategie), Sichtverpackungen und systematische Checklisten. Zubehörteile werden bevorzugt in Inlays, Beuteln oder Kleinboxen gelagert und sind in die Komponentenkontrolle integriert.

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