RAL

RAL ist ein in Deutschland entwickelter, international etablierter Farbstandard, der eine präzise und einheitliche Farbangabe über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg ermöglicht.

Produkt:
Allgemein

Besonders in den Bereichen Architektur, Industrie, Handwerk sowie bei der öffentlichen Beschaffung sorgt der Einsatz von RAL-Farbcodes für eine verlässliche Kommunikation und die konsequente Einhaltung qualitätsbezogener Anforderungen. Gerade in Informationsmanagement-Systemen – etwa Produkt-, Dokumenten- oder Asset-Management – unterstützen klar strukturierte RAL-Codes die konsistente Farbdokumentation, die fehlerfreie Integration in Geschäftsprozesse sowie die sichere Nachvollziehbarkeit bei Qualitätssicherung und Beschaffungsvorgängen.

Ursprung, Organisation und Historie

Der Name RAL steht ursprünglich für den „Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen“, ein im Jahr 1925 gegründetes Gremium zur Vereinheitlichung von Qualitäts- und Lieferbedingungen in der Industrie. Das erste Farbsystem wurde 1927 veröffentlicht. Heute werden die Entwicklung, Pflege und Lizenzierung der Farbsysteme von der RAL gGmbH verantwortet, dem Geschäftsbereich RAL FARBEN. Die RAL gGmbH ist eine Tochtergesellschaft des RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V. Die Wort- und Bildmarke „RAL“ sowie sämtliche Farbdaten, Datenbanken und Namen unterliegen marken- und lizenzrechtlichem Schutz. Die Nutzung offizieller Farbvorlagen, Farbnamen oder digitaler Werte ist an strenge Lizenzbedingungen der RAL gGmbH gebunden.

Definition und Bedeutung

RAL ist ein markengeschützter und proprietärer Farbstandard. Jeder Farbton erhält einen eindeutigen Code, der die exakte Kommunikation zwischen den Akteuren in Planung, Einkauf, Produktion, Design und Qualitätssicherung ermöglicht. Die Nutzung von RAL-Codes stellt sicher, dass alle Beteiligten – von Lieferanten über Hersteller bis zu Verarbeitern – den identischen Farbton meinen und umsetzen.

RAL-Codes beschreiben stets physisch überprüfbare Farbtöne unter klar definierten Bedingungen. Digitale Werte wie RGB oder HEX sind Annäherungen und dienen vornehmlich zur Bildschirmorientierung – sie sind nicht farbverbindlich für physische Anwendungen oder Prüfzwecke. Für verbindliche Farbangaben und Herstellungsprozesse im Unternehmen sind daher genaue Spezifikationen und die Pflege der jeweils gültigen RAL-Referenz essenziell.

RAL-Farbsysteme und ihre Umfänge

Das RAL-System gliedert sich in verschiedene Unterbereiche, um unterschiedlichen Anforderungen der Industrie, des Designs und der Architektur gerecht zu werden. Die Farblisten werden regelmäßig aktualisiert; maßgeblich sind jeweils die aktuellen Ausgaben. Angaben Stand April 2024:

RAL Classic

Dies ist das bekannteste und älteste RAL-System. Es umfasst derzeit 216 Standardfarbtöne, inklusive der beiden Metallictöne RAL 9006 (Weißaluminium) und RAL 9007 (Graualuminium), die einen Sonderstatus darstellen. Die Farbtöne sind in Nummerngruppen organisiert (1xxx: Gelb/Beige, 2xxx: Orange, 3xxx: Rot, 4xxx: Violett, 5xxx: Blau, 6xxx: Grün, 7xxx: Grau, 8xxx: Braun, 9xxx: Weiß/Schwarz/Metallic/Leuchtfarben). RAL Classic wird insbesondere im Bauwesen, Maschinen- und Anlagenbau sowie in der öffentlichen Infrastruktur verwendet. Unter den Farbtönen finden sich auch spezielle Signal-, Sicherheits- und sieben Leuchtfarben (1026, 2005, 2007, 3024, 3026, 3034, 6038), die eine hohe Auffälligkeit bieten.

Eine Besonderheit sind die Metallictöne 9006 und 9007: Sie sind technisch Effektfarben, unterliegen größeren Farbabweichungen (z. B. abhängig vom Betrachtungswinkel und Substrat) und werden in der Praxis oft mit Mehrwinkelmessungen geprüft.

Für verbindliche Farbangaben gibt es die offiziellen, farbverbindlichen Einzelmuster: RAL 840-HR (halbmatt) und RAL 841-GL (hochglänzend). Diese Muster sind produktspezifisch gefertigt und unterliegen definierten, aber nicht nulltoleranten Farbabweichungen (Fertigungs- und Alterungstoleranzen). Für die rechtssichere Spezifikation sollten immer Jahrgang (Ausgabe/Ausgabestand), die Referenzvorlage und der Glanzgrad mit angegeben werden.

Im Handel sind zahlreiche Orientierungs-Farbfächer (z. B. K1, K5, K7) verfügbar. Diese dienen der Orientierung, sind jedoch nicht farbverbindlich und altern schneller als Einzelmuster. Sie sollten regelmäßig erneuert werden.

RAL Design System Plus

Dieses System basiert auf dem CIELAB-Farbraum und verwendet ein HLC-System aus Farbtonwinkel (Hue, 0–360°), Helligkeit (Lightness, 0–100) und Sättigung (Chroma, 0–100). Die Codierung erfolgt siebenstellig, beispielsweise RAL 260 50 15 (= Farbwinkel 260°, Helligkeit 50, Sättigung 15). Mit derzeit 1.825 Farbtönen bietet das System eine besonders gleichmäßige und fein abgestufte Farbauswahl, ideal für professionelle Anwendungen in Architektur, Industriedesign und Corporate Design. Vorteile sind die systematische Anordnung und die Möglichkeit zur unkomplizierten Bildung harmonischer Paletten, da die Abstufungen meist in 5er- oder 10er-Schritten erfolgen.

RAL Effect

Das RAL Effect-System umfasst 490 Farbtöne: 420 sind Volltonfarben (Uni), 70 sind Metallicfarben. Es wurde entwickelt, um insbesondere Beschichtungen mit Effektpigmenten in modernen Lacksystemen und im Industrial Design zu ermöglichen (z. B. für Gehäuse, Anbauteile, Möbel, weniger für OEM-Automobilkarossen). Für Metallicfarben empfiehlt sich der Einsatz von Mehrwinkelmessungen, da die Farbe je nach Beleuchtung und Betrachtungswinkel variiert.

RAL Plastics

Für Anwendungen in Kunststoff- und Konsumgüterindustrie bietet RAL die Linien PLASTICS P1 (mit 100 RAL Classic-Farben) und P2 (200 RAL Design System-Farben). Die Musterplatten sind unerlässlich zur Beurteilung der Farbwirkung auf Kunststoffen und ermöglichen ein realitätsnahes Farbmuster für Prüfungen und Produktion.

RAL Digital

Digitale RAL-Farbbibliotheken werden für Softwareanwendungen angeboten. Sie erleichtern die Arbeitsabläufe in digitalen Systemen und die Visualisierung in Designdaten. Diese Werte sind jedoch nur als technische Annäherung zu verstehen und nicht farbverbindlich für Produktion, Liefervereinbarungen oder Qualitätssicherung. Exakte farbliche Übereinstimmung muss stets mit physischen Mustervorlagen geprüft werden.

RAL-Codes richtig lesen, dokumentieren und spezifizieren

Eine eindeutige und nachvollziehbare Farbspezifikation nach RAL-Standard sollte folgende Angaben enthalten:

  • RAL-System inkl. Ausgabestand/Jahrgang und Referenzvorlage (z. B. RAL Classic, Ausgabe 2024, RAL 840-HR)
  • RAL-Code und offizielle Farbbezeichnung (z. B. RAL 7016 Anthrazitgrau)
  • Schreibweise mit Leerzeichen (Beispiel: „RAL 6010 Grasgrün“)
  • Glanzgrad/Finish, einschließlich der verwendeten Messmethode (z. B. nach ISO 2813: Angabe des Glanzwerts und Messwinkels, verbale Glanzklassen sind systemspezifisch festzulegen)
  • Beschichtungsart oder Material (z. B. Pulverlack, Nasslack, Kunststoff)
  • Oberfläche/Struktur (z. B. glatt, strukturiert)
  • Detaillierte Qualitätsanforderungen und Toleranzen (ΔE00-Bereich, bevorzugt abgestimmt auf den Produktionsprozess; Messbedingungen wie Geometrie 45/0, d/8, SCI/SCE, Lichtart D65, Normbeobachter 10°)
  • Anwendungs- und Prüfbedingungen (Innen/Außen, UV- und Witterungsbeständigkeit, branchenspezifische Gütesiegel)
  • Dokumentation von Musterfreigaben (Spritzmuster, Blechmuster, Prüfprotokolle) und deren Austauschzyklen

Ein vollständiges Bestellbeispiel:
„RAL 7016, semimatt, Ausgabe 2024, Pulverlack, glatt, Außenbereich, UV-beständig, gemessen nach ISO 2813 bei 60°, ΔE00 ≤ 1,5 zum RAL 840-HR Einzelmuster, Prüflabor/Lieferant: XY, Freigabe-Nr.: 2024-03.“

Besondere Hinweise zu RAL-Produktformen und Pflege

  • Farbfächer und Standards (840-HR/841-GL, Plastics-Platten, K1/K5/K7): Unterscheiden Sie unbedingt zwischen farbverbindlichen Einzelmustern (A4, A6, PLASTICS) und nicht farbverbindlichen Orientierungs-Fächern.
  • Farbkarten und Muster können altern; ersetzen Sie Orientierungs-Farbfächer alle 12–24 Monate, Einzelmuster nach Herstellerempfehlung.
  • Einzelmuster sind stets entsprechend den Produktionsnormen zu lagern und zu handhaben, um Toleranzabweichungen durch UV-Licht, Staub oder Feuchtigkeit zu vermeiden.

Einsatz im Informationsmanagement

Informationsmanagementsysteme, wie sie bei GLOMAS zum Einsatz kommen, strukturieren das Farbmanagement als Stammdaten- und Prozessbestandteil.

Strukturierte Stammdatenfelder

Dokumentieren Sie alle relevanten Farbmerkmale umfassend und konsistent:

  • RAL-System, Ausgabestand, Referenzmuster, interne Farb-ID
  • RAL-Code, offizielle Farbbezeichnung, Glanzgrad/Finish mit Messmethode
  • Beschichtungs- bzw. Bindemittelsystem, Oberfläche/Struktur
  • Anwendungsbereich (z. B. Innen/Außen, chemische/UV-Beständigkeit)
  • Messdaten (CIELAB-Werte, Prüfgerätetyp, Lichtart, Beobachterwinkel, ΔE-Verfahren)
  • Lieferant, Hersteller, Artikelnummer, Prüfprotokolle und Zertifikate
  • Musterfreigaben, Gültigkeitsdatum, Verknüpfung zu anderen Farbsystemen (z. B. Pantone, NCS, BS 381C – jeweils als näherungsweise gekennzeichnet)
  • Digitale Proxy-Daten inkl. Messdateien (z. B. CXF/ASCII) mit Angabe der Zielanwendung

Prozesssteuerung und Qualitätssicherung

  • Nutzen Sie vordefinierte Auswahllisten/Pflichtfelder, um Fehleingaben zu verhindern.
  • Prüfen und steuern Sie Muster- und Farbfassung mit systematischen Freigabeworkflows.
  • Erfassen Sie Änderungsmanagement und Versionierungen, um Anpassungen lückenlos nachvollziehen zu können.
  • Verwalten Sie Crosswalks zu anderen Farbsystemen mit Unsicherheitsangaben und Zyklus für Überprüfung/Aktualisierung.

Integration in Unternehmenssysteme

  • Hinterlegen Sie RAL-Angaben als normierte Attribute in Produktdaten, Zeichnungen, Spezifikationen, Stücklisten und Katalogen.
  • Setzen Sie strukturierte Farbfelder ein, um Bestellfehler zu vermeiden sowie die Instandhaltung und Ersatzteilbestückung effizient zu unterstützen.
  • Wenden Sie regelmäßige Austauschzyklen für Muster/Referenzen an und pflegen Sie dazu Dokumentation, Chargen und Prüfberichte.

Datenmanagement und Lebenszyklus

  • Definieren Sie die Gültigkeitsintervalle physischer Referenzen (z. B. Einzelmuster, Farbfächer).
  • Erfassen Sie alle Änderungen, Freigaben und abgelaufene Muster versioniert in Audit-Trails Ihrer Datenbank.

Vorteile und Grenzen

RAL bietet eine international anerkannte Farbsprache für die Industrie, ermöglicht eine unkomplizierte Kommunikation und vereinfacht die Qualitätskontrolle erheblich. Die breite Verfügbarkeit von RAL-Farben im Markt sichert die kurzfristige Beschaffung und Nachbestellbarkeit.

Zu beachten ist: Die Farbdarstellung kann auf verschiedenen Materialien, mit unterschiedlichen Glanzgraden, Schichtdicken, Fertigungsverfahren sowie infolge von Alterungsprozessen deutlich variieren. Speziell Effektfarben (Metallic, Perlmutteffekte) und Leuchtfarben reagieren sensibel auf Umgebungsbedingungen. Angaben zu anderen Farbsystemen wie NCS oder Pantone sind stets als näherungsweise zu kennzeichnen, da systembedingt keine exakte Übereinstimmung gegeben ist.

Passende Prüf- und Musterbedingungen sowie toleranzabhängige Bewertungsnormen (z. B. ISO 2813 für Glanz, ISO 3668 für visuelle Prüfung, ASTM E2194/E2539, ISO 11664 für CIELAB, EN 13523 für Coil-Coating, ISO 16474/2810 für Beständigkeit) sind explizit zu benennen und zu dokumentieren. Für Metallic- und Effektfarben ist die Mehrwinkelmessung (ASTM E2194 u. a.) besonders relevant, da sich der Farbton mit dem Betrachtungswinkel verändert.

Best Practices für den RAL-Einsatz in der Praxis

  • Geben Sie immer System, Ausgabestand, Glanzgrad, Material, Oberfläche, Farbreferenz und Prüfbedingungen an.
  • Stellen Sie die Kombination digitaler Farbdaten nur für Visualisierung oder Designzwecke bereit; für physische Produktion und Prüfungen sind ausschließlich Muster maßgeblich.
  • Definieren und dokumentieren Sie Messmethoden, Lichtart, ΔE (empfohlen: ΔE00), Prüfgeometrie und zulässige Toleranzen im Detail.
  • Verwenden Sie verpflichtende Datenfelder, Kontrollprozesse und Crosswalks zu anderen Farbsystemen stets als unternehmensweite Standards.
  • Halten Sie alle Abbildungen oder Umrechnungen zu anderen Systemen als „näherungsweise“ gekennzeichnet und aktualisieren Sie diese regelmäßig.
  • Beachten Sie Compliance-Anforderungen zu chemischer Zusammensetzung (zum Beispiel VOC, REACH, ROHS), dokumentieren Sie alle zugehörigen Prüfberichte sowie Musterfreigaben.
  • Beachten Sie stets die RAL-Vorgabe für die Namensschreibweise und vermeiden Sie eine produktbezogene Nutzung des Namens „RAL“ ohne Genehmigung.
  • Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden im Umgang mit Farbreferenzen, Prüfmittelen und Kalibrierung (z. B. Spektralphotometer, Lichtkabinen) und legen Sie Verantwortlichkeiten fest.

Häufige Fehler und Missverständnisse

Folgende Fehlerquellen treten in der Praxis besonders häufig auf:

  • Bildschirmfarben werden als normgebendes Original interpretiert.
  • Die Gleichsetzung von RAL-Codes mit anderen Farbsystemen (Pantone, NCS) führt zu ungenauen Resultaten, da keine exakten Umrechnungen möglich sind.
  • Unvollständige Farbangaben (z. B. ohne Glanzgrad, Referenz, Jahrgang/Ausgabe) oder fehlende Prüfbedingungen erschweren Prüfungen und Reproduktionen.
  • Das Ersetzen offizieller RAL-Referenzmuster durch Fotografien oder herkömmliche Farbfächer führt infolge von Farbalterungen zu Abweichungen.
  • Musterfreigaben werden übersprungen oder nicht ausreichend dokumentiert; verbindlich sind nur physische Freigabemuster.
  • Prüfparameter, Messmethoden und Toleranzbereiche sind nicht eindeutig kommuniziert oder dokumentiert.
  • Fächer und Referenzen werden nicht fristgerecht ausgetauscht; dies kann infolge von Alterung/Materialwechsel signifikante Farbverschiebungen verursachen.

Verwandte Begriffe und Systeme

Im Kontext von Farbmanagement und unternehmensweiten Informationsmanagementsystemen spielen folgende Systeme eine wichtige Rolle:

  • Pantone (Sonderfarben, Markenfarben für Design, Werbung)
  • NCS (Natural Color System, wissenschaftlich auf Farbwahrnehmung basierendes System)
  • HKS (Farbsystem für grafische Anwendungen, Druck)
  • BS 381C, AMS-STD-595 (internationale Farbsysteme für Spezialbranchen)
  • CIELAB / ΔE00 (Farbmetrik, Abweichungsberechnung)
  • ISO 3668 (visuelle Farbbewertung, Lichtkabinenstandards)
  • ISO 2813 (Messung von Glanz auf Lacken, Messung bei 20°, 60°, 85°)
  • ASTM E2194/E2539/E308 (industrielle Farbmessnormen, speziell Metallicfarben)
  • DIN 6174 / ISO 11664 (Definition und Messung des CIELAB-Farbraums)
  • EN 13523 (Farbprüfung für Coil-Coating)
  • ISO 16474/2810 (Prüfungen für Licht- und Wetterbeständigkeit)
  • Metamerie (unterschiedliches Aussehen von Farben unter verschiedenen Lichtquellen)
  • Qualicoat, GSB, AAMA (Gütezeichen für Beschichtungssysteme)

Häufige Fragen zu RAL

Was ist RAL genau?

RAL ist ein systematisch aufgebauter und markengeschützter Farbstandard mit genau definierten Farbtönen, Codes und farbverbindlichen Mustermaterialien. Der Standard gewährleistet eine verlässliche und einheitliche Farbkommunikation in Planung, Fertigung und Beschaffung – branchen- und länderübergreifend.

Worin unterscheiden sich RAL Classic, RAL Design und RAL Effect?

RAL Classic enthält im Alltag besonders häufig verwendete Farbtöne mit vierstelligen Codes und schließt zwei Metallic-Effektfarben (9006, 9007) sowie sieben Leuchtfarben ein. Das RAL Design System Plus verwendet ein präzises HLC-Codierungssystem (Hue, Lightness, Chroma) auf Basis des CIELAB-Raums und bietet dadurch eine besonders gleichmäßige Farbverteilung. RAL Effect ergänzt das Portfolio um eine Vielzahl von Metallic- und Unifarbtönen für moderne Beschichtungen und Industrial Design.

Gibt es verschiedene Editionen und Referenztypen?

Ja. Maßgeblich sind jeweils der Ausgabestand bzw. die Ausgabe/Jahrgang der Farbliste und das dazugehörige offizielle Referenzmuster (etwa: RAL 840-HR, RAL 841-GL, RAL Plastics P2). Sie sollten dies stets bei der Angabe, Dokumentation und Bestellung anführen.

Kann ich RAL-Farben in RGB oder HEX umwandeln?

Digitale Annäherungen sind möglich, bieten aber lediglich eine Orientierung – die Darstellung hängt vom Endgerät ab. Für jegliche Vertrags-, Prüf- oder Produktionszwecke sind ausschließlich die physischen RAL-Referenzmuster verbindlich.

Ist die Angabe „RAL 7016“ in der Bestellung ausreichend?

Nein. Für eine umfassende und eindeutige Farbspezifikation sollten Sie System, Ausgabestand, Glanzgrad, Material, Prüfbedingungen, Musterfreigabe und – falls erforderlich – Qualitäts- und Toleranzanforderungen dokumentieren.

Gibt es RAL-Farbtöne auch für Kunststoffe?

Ja. Die Produktlinien RAL Plastics P1 und P2 bieten farbverbindliche Musterplatten, die den Farbton auf Kunststoff präzise wiedergeben und deshalb insbesondere in Konsumgüter-, Fahrzeug- und Medizinanwendungen verwendet werden.

Ist RAL ein international anerkannter Standard?

RAL ist besonders im europäischen Bau- und Industriemarkt etabliert, wird aber auch in vielen anderen Regionen eingesetzt. Außerhalb bestimmter Branchen oder Länder können aber alternative Farbsysteme (z. B. NCS, Pantone) dominieren.

Sind RAL-Codes frei verwendbar?

Die reine Farbcodierung kann zur Farbbeschreibung genutzt werden. Die Veröffentlichung, kommerzielle Nutzung oder Verarbeitung offizieller Farbdaten, Muster, Namen oder Referenzangaben ist jedoch lizenziert und unterliegt den Vorgaben der RAL gGmbH.

Warum können identische RAL-Farbtöne sichtbar voneinander abweichen?

Material, Glanzgrad, Schichtdicke, Fertigungsverfahren und Alterungsprozesse beeinflussen den echten Farbeindruck. Prüfen Sie die Farbtöne daher immer anhand aktueller, freigegebener Muster unter dokumentierten Bedingungen.

In welchen RAL-Systemen gibt es Metallic- und Leuchtfarben?

Metallicfarben sind im RAL Effect-System sowie als Sonderfall in RAL Classic (9006, 9007) verfügbar. Sieben Leuchtfarben sind Bestandteil von RAL Classic (z. B. 1026, 2005, 2007, 3024, 3026, 3034, 6038). Beide Typen erfordern spezielle Prüfmethoden und haben Einschränkungen (z. B. Haltbarkeit, Außenbeständigkeit).

Wie unterscheiden sich Farbmustermappen und Referenzkarten?

Orientierungsfarbfächer oder Mustermappen dienen als grobe Farbübersichten. Nur farbverbindliche Referenzmuster (wie RAL 840-HR, RAL Plastics-Platten) sind für Prüf- und Vertragszwecke maßgeblich.

Wie gestalte ich Crosswalks zu anderen Farbsystemen?

Crosswalks beruhen auf spektraler Messung, Optimierung für jeweils spezifische Lichtbedingungen und Anwendungen. Vermerken Sie in der Dokumentation immer die Annäherungsqualität, die Zielanwendung (Druck, Beschichtung) sowie den letzten Prüfzeitpunkt.

Wie werden Prüf- und Freigabestandards für RAL-Farben definiert?

Definieren Sie explizit die verwendete Messgeometrie, Lichtart, das gewählte ΔE-Modell (z. B. ΔE00), den Toleranzbereich sowie die Referenzmusterbasis. Dokumentieren Sie alle Ergebnisprotokolle und Musterfreigaben nachvollziehbar und prüffähig.

Worauf sollte ich bei der Verwaltung von RAL-Daten im Informationssystem achten?

Nutzen Sie verpflichtende Attribute für alle relevanten Farbangaben, erfassen Sie Muster, Prüfberichte und Austauschzyklen fortlaufend und stellen Sie eine vollständige, versionskontrollierte Dokumentation innerhalb des Systems sicher.

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