Sie unterscheidet sich von analogen Papierplänen durch maschinell strukturierte Erfassung, Bearbeitung mit CAD‑, BIM- oder GIS-Software und die verlustfreie Skalierbarkeit vektorbasierter Inhalte. Der Begriff „elektronische Zeichnung“ wird häufig als Synonym für digitale Zeichnung, CAD-Zeichnung oder Planunterlage verwendet. Je nach Anwendung variiert die Spezialisierung – etwa Architektur (CAD), Bauwerksmodellierung (BIM, IFC) oder Geoinformation (GIS, Esri Shapefile, Geodatenformate).
Elektronische Zeichnungen bestehen überwiegend aus Vektordaten, ergänzt durch eingebettete Rasterbilder (zum Beispiel als Hintergrund oder bei gescannten Plänen). Sie umfassen exakte Geometrien, Layerstrukturen, Bemaßungen, Legenden, Maßstabsangaben und Metadaten. Im Unterschied zu reinen Scan-Dateien liefern elektronische Zeichnungen strukturierte Informationen, die durchsuchbar und überprüfbar sind. Das ermöglicht effizientes Arbeiten, Nachverfolgbarkeit und Wiederverwendbarkeit in modernen Informationsmanagementsystemen wie bei GLOMAS.
Im Kontext von Parlaments- oder Ratsdokumentation sind elektronische Zeichnungen unerlässlich. Sie werden etwa für Bauleitpläne, technische Anlagenbeschreibungen, Ausschussunterlagen, Kartenwerke (z. B. Wahlkreiskarten), Raum- oder Sitzpläne eingesetzt. Informationsmanagementsysteme erlauben dabei die medienbruchfreie Verwaltung, Nachverfolgung von Änderungen, sicheren Austausch, Versionierung und die barrierearme Ausgabe in verschiedenen Formaten.
Anwendungsbereiche in der Parlamentsdokumentation
Elektronische Zeichnungen unterstützen die Parlamentsarbeit in unterschiedlichen Phasen. Bedeutende Anwendungsbereiche sind:
- Anlagen zu Drucksachen, Vorlagen oder Anträgen: Dazu zählen Bebauungspläne, Bauzeichnungen, Infrastrukturpläne oder schematische Übersichten.
- Prozessunterstützung in Ausschüssen: Kommentare, Änderungsversionen oder Abstimmungsprozesse werden digital begleitet.
- Transparenz und Veröffentlichung: Bereitstellung relevanter Pläne über Rats- oder Parlamentsinformationssysteme – beispielsweise als PDF/A, PDF/UA, SVG oder interaktive Webkarten.
- Archivierung und Dokumentation: Versionierung und revisionssichere Ablage sorgen für Nachvollziehbarkeit.
Die fachgerechte Verwaltung digitaler Zeichnungen in spezialisierten Systemen wie bei GLOMAS ist wesentliche Voraussetzung für Nachvollziehbarkeit, Transparenz und Entscheidungsfindung.
Dateiformate und Standards
Die Wahl des Dateiformates ist entscheidend für Austausch, Bearbeitung und Archivierung elektronischer Zeichnungen:
- CAD-Formate: DWG und DXF (AutoCAD) sowie DGN (MicroStation) sind etablierte Standardformate für 2D- und 3D-Zeichnungen und werden meist als originäre Arbeitsdateien geführt.
- BIM-Formate: IFC (ISO 16739) ist das zentrale Austauschformat für Building Information Modeling und insbesondere für modellbasierte Planableitungen zu nutzen. BCF (BIM Collaboration Format) wird für Issue-Management an und in Bezug auf Modelle (z. B. IFC-Objekte und Views) eingesetzt. Für reine Zeichnungen ohne Modellbezug ist BCF nicht primär vorgesehen.
- GIS- und Geodatenformate: Beispiele sind XPlanGML für Bauleitpläne, GeoPackage (OGC), Esri Shapefile, GML. GeoTIFF ist für georeferenzierte Rasterbilder relevant; Worldfiles dienen der Georeferenzierung nicht getaggter Rasterformate (z. B. TIFF+TFW, PNG+PGW). OGC-Standards wie WMS, WFS, WMTS und aktuelle OGC API - Features/Maps/Tiles spielen im Web und für die Interoperabilität eine bedeutende Rolle. EPSG-Codes werden zur eindeutigen Identifikation des Koordinatenreferenzsystems genutzt.
- Austausch- und Veröffentlichungsformate:
- PDF/A-2b oder PDF/A-2u (ISO 19005-2) für revisionssichere Langzeitarchivierung. PDF/A-3 ist für spezielle Einsatzszenarien (z. B. Einbettung von Originaldateien) zulässig, erfordert aber klare Governance-Regeln.
- PDF/UA (ISO 14289) unterstützt Barrierefreiheit durch Tags, Alternativtexte und eine definierte Lesereihenfolge. Farbkontraste richten sich jedoch nach WCAG 2.x bzw. EN 301 549.
- PDF/E-1 (ISO 24517) basiert auf PDF 1.6, ist speziell zur Verarbeitung technischer Zeichnungen ausgelegt, spielt aber für Langzeitarchivierung und Barrierefreiheit in der Praxis kaum eine Rolle.
- PDF/A-4-Familie (ISO 19005-4:2020): Bietet Erweiterungen für eingebettete Dateien und 3D-Objekte (z. B. PDF/A-4f, PDF/A-4e für U3D/PRC).
- SVG (Scalable Vector Graphics, W3C) ist ideal für webbasierte, interaktive Vektordarstellungen und ermöglicht barrierefreie Zugänglichkeit bei richtiger Auszeichnung (