Es wird von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) herausgegeben und dient als maßgebliche Orientierung für Fachleute in Kommunen, Unternehmen und Ingenieurbüros, die sich mit Abwasser, Regenwasserbewirtschaftung, Gewässerunterhaltung oder wasserwirtschaftlicher Infrastruktur beschäftigen. Das DWA-Regelwerk bildet auch im Kontext von Informationsmanagementsystemen die Grundlage für standardisierte Arbeitsabläufe und zuverlässige Dokumentationsanforderungen.
Hintergrund, Entstehung und Einordnung
Die Wurzeln des DWA-Regelwerks reichen zurück zu den Vorgängerorganisationen ATV (Abwassertechnische Vereinigung) und DVWK (Deutscher Verband für Wasserwirtschaft und Kulturbau). Im Jahr 2000 schlossen sich beide zur ATV-DVWK zusammen; mit Umbenennung im Jahr 2004 ist daraus die DWA entstanden. Die bislang geltenden ATV-, DVWK- und ATV-DVWK-Regelwerke gelten, soweit sie nicht durch DWA-Dokumente ersetzt oder offiziell zurückgezogen wurden, weiter fort. Damit bildet das heutige DWA-Regelwerk die maßgebliche technische Regelbasis für die gesamte deutsche Wasserwirtschaft.
Strukturen, Themenfelder und Gremienarbeit
Das DWA-Regelwerk deckt die gesamte Bandbreite der Wasserwirtschaft ab: Siedlungswasserwirtschaft, Entwässerungssysteme, Gewässer und Wasserbau, Hochwasser- und Starkregenmanagement, Klärschlamm/Abfall, Organisation und Betrieb sowie Aspekte wie Arbeitssicherheit und Informationsmanagement. Die Erarbeitung und Pflege erfolgen in einem mehrstufigen Gremiensystem: Hauptausschüsse und Fachausschüsse strukturieren die Arbeit, während ehrenamtliche Fachexpertinnen und -experten in Arbeits- und Projektgruppen die Inhalte erarbeiten. Die DWA-Geschäftsstelle koordiniert die Prozesse, die von der Themenfindung und Entwurfserstellung bis zur Auswertung von Stellungnahmen und zur Veröffentlichung reichen. Input aus der Praxis, öffentliche Kommentierungsverfahren und Einspruchsbehandlungen stellen die Qualität und Praxistauglichkeit sicher.
Dokumenttypen des DWA-Regelwerks
Das DWA-Regelwerk besteht hauptsächlich aus zwei verbindlichen Dokumenttypen:
- Arbeitsblätter (A): Sie enthalten die „allgemein anerkannten Regeln der Technik“ (a.a.R.d.T.), teilweise auch den „Stand der Technik“. Arbeitsblätter sind der maßgebliche fachliche Standard zur Planung, Ausführung, Betrieb, Sanierung und Stilllegung wasserwirtschaftlicher Systeme. Sie werden regelmäßig in Genehmigungen, Ausschreibungen und Verträgen herangezogen.
- Merkblätter (M): Merkblätter erläutern Arbeitsblätter, bieten Empfehlungen, Hintergrundinformationen und Handlungshilfen, oft zu aktuellen Entwicklungen. Sie sind nicht verbindlich, haben jedoch hohen fachlichen Wert.
Andere DWA-Publikationen — wie Themenbände, Berichte oder Kommentare — gehören nicht zum offiziellen Regelwerk (Arbeits- und Merkblätter), können aber dennoch wichtige fachliche Impulse geben.
Für alle Dokumente gilt: Sie begleiten Sie über den gesamten Lebenszyklus von Projekten, von der Planung über Bau und Betrieb bis zur Sanierung und Stilllegung.
Aufbau, Status, Lebenszyklus und Gültigkeit
Die strukturierte Organisation vereinfacht die Anwendung:
- Nummerierung: Jedes Dokument trägt eine einmalige Identifikationsnummer (z. B. DWA-A 131:2016-12), mit Kennung des Typs, einer ggf. fortlaufenden Nummer und dem Ausgabedatum. Bei Reihen sind auch Teilnummern oder Ergänzungen gelistet (z. B. DWA-M 149-2:2023-01).
- Dokumentenstatus: Nach Entwurf (Gelbdruck) erfolgt die Veröffentlichung als Endfassung (Weißdruck). Dokumente können „neu herausgegeben“, „ersetzt“ oder „zurückgezogen“ werden. Berichtigungen, Korrigenda und Hinweise zu Übergangsfristen sind stets zu beachten; aktuelle Informationen finden Sie im Regelwerksregister der DWA.
- Entwurfsfassung (Gelbdruck): Diese Versionen dienen der öffentlichen Kommentierung. Sie haben keinen verbindlichen Charakter. Innerhalb festgelegter Fristen können Sie Feedback geben, das anschließend von den Fachgremien ausgewertet wird.
- Endfassung (Weißdruck): Die final verabschiedete Fassung dient als fachlicher Referenzpunkt. Die Verbindlichkeit ergibt sich aus Verweisen in Gesetzen, Genehmigungen oder Verträgen — eine automatische rechtliche Bindung besteht nicht.
- Beitrag zur Rechtssicherheit: DWA-Arbeitsblätter konkretisieren meist die „allgemein anerkannten Regeln der Technik“ gemäß Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und Abwasserverordnung (AbwV) und gelten daher in der Genehmigungs- und Ausführungspraxis häufig als der relevante Standard, auch ohne explizite Verweisungen im Vertrag.
Für den Nachweis empfiehlt es sich immer, das im konkreten Projekt gültige Ausgabedatum (oder ggf. Fixierungen im Vertrag/Auflage) zu dokumentieren. Prüfen Sie zusätzlich auf eventuelle Berichtigungen oder Ersatzdokumente.
Abgrenzung der Dokumenttypen und Gültigkeit älterer Regelwerke
Zum offiziellen DWA-Regelwerk zählen ausschließlich Arbeits- und Merkblätter. Ältere ATV-, ATV-DVWK- und DVWK-Regelwerke behalten ihre Geltung, solange sie nicht durch neue DWA-Dokumente ersetzt oder dezidiert zurückgezogen werden. Andere Publikationen (Themenbände, Berichte, Kommentare) besitzen keinen Regelwerksstatus, können aber fachlich sehr relevant sein, z. B. im Kontext von Forschung und Weiterentwicklung.
Bedeutung für Unternehmen und Kommunen
Das DWA-Regelwerk ist für alle Betreiber, Planer und Bauherren von abwassertechnischen und wasserwirtschaftlichen Anlagen von zentraler Bedeutung:
- Fachlicher Standard: Einheitliche Regeln erleichtern die Abstimmung zwischen Projektbeteiligten und schaffen bundesweit Vergleichbarkeit.
- Rechtssicherheit: Durch Nachweis der Einhaltung der DWA-Regelwerke minimieren Sie Haftungsrisiken und Nachforderungsstreitigkeiten. Eine gewissenhafte Dokumentation der angewandten Fassungen und eventueller Abweichungen ist unerlässlich.
- Prozess- und Kosteneffizienz: Standardisierte Abläufe erleichtern Planung, Vergabe, Ausführung und Qualitätssicherung.
- Schnittstellenmanagement: DWA-Regelwerke ergänzen und konkretisieren DIN-, EN- oder ISO-Normen für den deutschen Wassersektor. Die projektspezifische Hierarchisierung paralleler Regelwerke muss dokumentiert und vertraglich fixiert werden.
Informationsmanagementsysteme wie die Lösungen von GLOMAS helfen Ihnen, Regelwerke effizient zu verwalten, geltende Anforderungen zu dokumentieren und Anpassungen nachvollziehbar zu steuern.
Beispiele wichtiger DWA-Dokumente
Nachfolgend ein exemplarischer Auszug praxisrelevanter Regelwerke:
- DWA-A 118: Hydraulische Bemessung und Nachweis von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden.
- DWA-A 131: Bemessung von Belebungsanlagen zur Abwasserbehandlung.
- DWA-M 143 (Reihe): Sanierung von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden.
- DWA-M 149 (Reihe): Zustandserfassung und -bewertung von Entwässerungssystemen (inkl. Kodierung nach DIN EN 13508-2 und nationalen Ergänzungen).
- DWA-M 153: Grundsätze und Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser (Quellenmaßnahmen, Bewirtschaftung, Behandlung).
- DWA-A 102 (Reihe, gemeinsam mit BWK): Bewirtschaftung und Behandlung von Regenwetterabflüssen in Misch- und Trennsystemen; umfasst Grundlagen, Bewertung und Bemessung, gestufte Anforderungen und weitere Teile.
- DWA-A 138 (Reihe): Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser.
- DWA-A 117: Bemessung von Regenrückhalteräumen.
- DWA-A 262: Bemessung, Bau und Betrieb von Pflanzenkläranlagen.
- DWA-M 1000: Anforderungen an die Organisation, Verantwortlichkeiten und Qualifikation von Betreibern von Abwasseranlagen.
- DWA-M 145: Betrieb und Unterhaltung von Entwässerungssystemen.
- DWA-A 139: Bau und Prüfung von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden.
- DWA-M 149-2/-3/-7: Kodierung und Bildinterpretation bei Kanalinspektionen und Bewertung von Schächten und Bauwerken.
- DWA-M 1001 ff.: Managementaspekte wie Sicherheits- und Notfallplanung.
- DWA-M 150 (Reihe): Einsatz von GIS und Geodatenmanagement in der Wasserwirtschaft.
Die Aktualisierung der Dokumente erfolgt fortlaufend. Beachten Sie dazu stets die Veröffentlichungen der DWA und den jeweiligen Ausgabestand.
Praxisbezug: Umsetzung im Informationsmanagement
Zur Sicherstellung der Regelwerkkonformität in Unternehmen und Behörden empfiehlt sich ein systematisiertes Vorgehen:
- Relevanzprüfung: Ermitteln Sie gezielt die für Ihre Anlagen und Projekte einschlägigen Regelwerke.
- Versions- und Statusmanagement: Pflegen Sie ein zentrales Regelwerksregister mit Angaben zu Typ, Titel, Nummer, Ausgabestand, Ersetzungs-/Rückziehungsstatus, Verantwortlichem und Geltungsbereich. Ergänzen Sie Querverweise auf interne Dokumente.
- Übertragung auf interne Vorgaben: Systematisieren Sie die Umsetzung durch interne Arbeitsanweisungen, Standard Operating Procedures (SOPs) und Prüflisten.
- Schulung: Führen Sie regelmäßige Schulungen nach aktuellen DWA-Regelwerken durch. Dokumentieren Sie Teilnahme und Qualifikationsnachweise.
- Dokumentation: Legen Sie sämtliche Nachweise, Prüfprotokolle und Abweichungsdokumentationen revisionssicher ab.
- Audit und Optimierung: Bewerten Sie die Umsetzung und dokumentieren Sie Verbesserungsmaßnahmen.
Regelmäßig sollten Sie überprüfen, ob die im Unternehmen gesetzten Regelwerkstände (Stichtag, „konservierter“ Ausgabestand) noch dem aktuellen Stand entsprechen oder Aktualisierungen Handlungspflichten auslösen.
Integration in Informationsmanagementsysteme
Ein strukturiertes digitales Regelwerksmanagement bietet zahlreiche Vorteile:
- Zentrales Regelwerksregister: Übersicht aller geltenden und historischen Arbeits- und Merkblätter mit Metadaten.
- Änderungsmanagement: Automatisierte Benachrichtigungen bei Updates sowie Bewertung und Protokollierung der Auswirkungen.
- Vernetzung: Verknüpfung mit internen Vorgaben und Formularen auf Basis aktueller Regelwerksanforderungen.
- Nachweissicherheit: Lückenlose Dokumentationsketten (Audit-Trail) und revisionssichere Ablage.
- Abbildung von Verantwortlichkeiten: Benennung eines Prozessverantwortlichen pro Dokument.
- Schulungsmanagement: Planung und Nachweis von Weiterbildungen und Qualifikationen.
Systeme wie die von GLOMAS ermöglichen es Ihnen, Regelwerksmanagement als festen Bestandteil des Compliance-Managements zu etablieren.
Beschaffung, Aktualisierung und Sprachfassungen
Sie erhalten DWA-Arbeits- und Merkblätter als Print- und Digitalversion über den DWA-Shop. Für DWA-Mitglieder bestehen meist Vergünstigungen. Die Plattform „DWA-Regelwerk Online“ sowie Newsletter und Änderungsdienste halten Sie zu neuen Gelbdrucken, Weißdrucken, Berichtigungen oder zurückgezogenen Dokumenten auf dem Laufenden. Während der Gelbdruck-Phase können Sie Kommentare nach festgelegtem Verfahren einreichen. Für viele zentrale DWA-Dokumente existieren auch englische Übersetzungen.
Zitierweise, Geltungsbereich und Regelwerksregister
Zitieren Sie korrekt beispielsweise „DWA-A 131:2016-12, ersetzt durch DWA-A 131:2024-01; Berichtigung 2024-04“. Für Reihen verwenden Sie die Teilnummer (z. B. DWA-M 149-2:2023-01). Im Regelwerksregister sollten Sie folgende Angaben dokumentieren: Dokumenttyp und -nummer, Titel, Ausgabestand, Status (gültig, ersetzt, zurückgezogen), Ersetzungsinformation, Verantwortlicher, Geltungsbereich und verknüpfte interne Vorgaben.
Das DWA-Regelwerk gilt in Deutschland; analoge Regelwerke sind das ÖWAV-Regelwerk in Österreich oder die VSA-Dokumente für die Schweiz. Einige Dokumente entstehen in Kooperation mit anderen Verbänden (z. B. BWK). Internationale Normungsgremien wie DIN NAW, CEN und ISO binden die DWA regelmäßig ein.
Schnittstellen und wichtige Parallelnormen
DWA-Regelwerke stehen oft in Beziehung zu anderen Normen und Regelwerken, wobei die Anwendungsreihenfolge (Normenhierarchie) projektspezifisch festzulegen ist. Eine Auswahl zentraler Schnittstellen:
- Normen: DIN 1986-100 (Entwässerung von Grundstücken), DIN EN 752 (Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden), DIN EN 13508-2 (Zustandskodierung von Abwasserkanälen), DIN EN 1610 (Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen), DIN EN 12056 (Gebäudeentwässerung – Schwerkraftanlagen), DIN 4045 (Abwassertechnik – Begriffe)
- Fachorganisationen: DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches, Regelwerke für Gas- und Wasserversorgung, u. a. W- und TW-Reihen), FGSV (Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Regelungen zur Straßenentwässerung), LAWA (Länderarbeitsgemeinschaft Wasser, Leitfäden und Länderempfehlungen), BWK (Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau, Kooperationen mit DWA z. B. bei A 102).
Verträge und Vergabeunterlagen sollten klar regeln, welche Regelwerke vorrangig gelten und wie mit Aktualisierungen während der Projektlaufzeit umzugehen ist (Hierarchiematrix, Change-Management, Übergangsregelungen).
Wichtige Rechtsbegriffe und der rechtliche Rahmen
- Allgemein anerkannte Regeln der Technik (a.a.R.d.T.): Nach ständiger Rechtsprechung und Legaldefinition im WHG § 60 handelt es sich um in der Fachwelt bewährte Regeln, die den aktuellen Stand gesicherter technischer Erkenntnisse widerspiegeln.
- Stand der Technik: Nach Legaldefinition (WHG, BImSchG) ist dies der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, die sich in der Praxis sichern lassen und ökologisch sowie technisch leistungsfähig und wirtschaftlich sind.
- Stand von Wissenschaft und Technik: Der höchste Entwicklungsstand, der nach gesicherten wissenschaftlichen und technischen Erkenntnissen erreicht werden kann.
Das WHG, die Abwasserverordnung (AbwV), das Wasserrecht der Länder und viele Genehmigungsverfahren verlangen in der Regel die Einhaltung der a.a.R.d.T., oft durch Nachweis auf Basis von DWA-Arbeitsblättern. Die Rechtspflicht zur Anwendung von Regelwerken entsteht folglich durch gesetzliche Anforderungen, behördliche Vorgaben oder vertragliche Regelungen.
Abweichungen von DWA-Regeln erfordern einen dokumentierten Nachweis der gleichwertigen Sicherheit, Funktionsfähigkeit und Umweltverträglichkeit. In der Regel ist dabei die Abstimmung mit den zuständigen Behörden erforderlich.
Betreiberorganisation nach DWA-M 1000
Für alle Betreiber abwassertechnischer Anlagen – von der Kommune bis zum Industriebetrieb – stellt DWA-M 1000 die Standards für Organisation, Zuständigkeitsregelungen, personelle Qualifikation, Bestellung von Betriebsleitern, Notfallmanagement und die ordnungsgemäße Delegation von Betreiberpflichten auf.
Normierte Datenstandards und Kodierungen
Für Zustandserfassung und Dokumentation werden nationale und europäische Kodierstandards angewendet, wie DIN EN 13508-2 und deren deutsche Ergänzungen (z. B. DWA-M 149-2). Datenformate wie ISYBAU (ISYBAU-XML) sorgen für Kompatibilität beim elektronischen Austausch – z. B. zwischen Inspektionssoftware und GIS-, KIS- und Asset-Management-Systemen von GLOMAS. Sie gewährleisten Nachvollziehbarkeit gegenüber Genehmigungsbehörden und erleichtern die Integration in Informations- und Katasterstrukturen.
Verträge, Vergabepraxis und Umgang mit Regelwerksänderungen
Komplexe Projekte empfehlen eine vertraglich fixierte Normenhierarchie (Beispiel: Hierarchiematrix), die regelt, welches Regelwerk, welche Ausgabe und welche Aktualisierungen zum Einsatz kommen. Solche Vereinbarungen sollten auch vorsorglich das Vorgehen bei unterjährig veröffentlichten Updates (z. B. laufende Entwurfsverfahren, Berichtigungen) definieren.
Urheberrecht, Lizenzen und Nutzungspraxis
DWA-Regelwerksdokumente unterliegen dem Urheberrecht. Für betriebsinterne Nutzung, Kopien, Verwaltung und Weitergabe sind passende Lizenzen erforderlich (Einzel-, Mehrplatz- oder Unternehmenslizenzen). Digitale Ausgaben sind oft mit Wasserzeichen oder DRM gesichert. Beachten Sie die Lizenzbedingungen für digitale Ablage und interne Verteilung.
Eine rechtssichere Nutzung verlangt, dass Mitarbeitende entsprechend geschult und die Lizenznutzung im Unternehmen nachvollziehbar dokumentiert wird.
Praxisbeispiele für den Einsatz des DWA-Regelwerks
- Sanierung eines Entwässerungsnetzes: Anwendung von DWA-M 143 und DWA-M 149 mit DIN EN 13508-2 und DWA-M 149-2 für Inspektion, Zustandsbewertung, Kodierung und Dokumentation
- Kläranlagenbemessung: Einsatz von DWA-A 131 für die Bemessung und Planung der biologischen Reinigungsstufen von Kläranlagen, unter Beachtung des jeweils maßgeblichen Ausgabestands.
- Regenwasserbewirtschaftung: Nutzung der DWA-A 138 (Reihe), DWA-M 153 sowie DWA/BWK-A 102 (Reihe) für Planung, Bau und Betrieb von Regenrückhaltesystemen und Behandlungseinrichtungen bei Neubau oder Sanierung.
Aktualitätsmanagement und Change-Management
Für dauerhafte Regelwerkkonformität empfiehlt sich ein strukturiertes Aktualitätsmanagement. Überwachen Sie regelmäßig den Stand der Regelwerke mit Hilfe von „DWA-Regelwerk Online“, Newslettern oder Watch-Services. Prozessuale Festlegungen, Verantwortlichkeiten („Owner“) und dokumentierte Relevanzprüfungen (z. B. halbjährlich oder projektbezogen) sichern die Compliance im Sinne des technischen und rechtlichen Rahmens.
Typische Anwendungsfehler und Praxishinweise
- Verwechslung von Gelbdruck (Entwurf) und Weißdruck (Endfassung); Gelbdruck darf nicht für Nachweise genutzt werden.
- Unbeachtete Berichtigungen/Korrigenda, die verpflichtende Änderungen nach sich ziehen können.
- Fehlende Dokumentation des angewandten Regelwerkstands im Projekt; insbesondere bei späteren Nachweisen und Prüfungen problematisch.
- Parallele Anwendung widersprüchlicher Regelwerke ohne eindeutige Hierarchisierung und vertragliche Fixierung.
- Nutzung veralteter oder zurückgezogener Blätter ohne bewusste Risiko- und Folgenbewertung.
- Unzureichende Berücksichtigung von ergänzenden Normen und Datenstandards, insbesondere im Zusammenhang mit Zustandserfassung und Informationsaustausch.
Gängige Abkürzungen im Zusammenhang mit dem DWA-Regelwerk
- DWA: Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.
- BWK: Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau
- LAWA: Länderarbeitsgemeinschaft Wasser
- FGSV: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen
- DVGW: Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches
- a.a.R.d.T.: Allgemein anerkannte Regeln der Technik
- WHG: Wasserhaushaltsgesetz
- AbwV: Abwasserverordnung
- ISYBAU: Informationssystem Bau – Datenformat für Zustandsdaten und Austausch in der Abwassertechnik
Häufige Fragen zum DWA-Regelwerk
Ist das DWA-Regelwerk gesetzlich bindend?
Das DWA-Regelwerk ist kein Gesetz. In der Praxis gilt es jedoch als allgemein anerkannte Regel der Technik und kann durch Gesetze, behördliche Vorgaben oder vertragliche Vereinbarungen rechtliche Verbindlichkeit erlangen.
Wo bekomme ich die DWA-Dokumente?
Sie können DWA-Arbeits- und Merkblätter sowie relevante Publikationen direkt im DWA-Shop als Print- oder digitale Version erwerben. Für Mitglieder der DWA gelten in der Regel vergünstigte Konditionen. Verwenden Sie nur die für Ihr Projekt gültige, aktuelle Weißdruck-Fassung.
Was bedeutet Gelbdruck und Weißdruck?
Gelbdruck ist die Entwurfsfassung eines Regelwerks zur öffentlichen Kommentierung. Weißdruck ist die finale, verabschiedete Endfassung und gilt als fachlicher Standard. Nachweise in Prüfungen und Betrieb sollten stets auf dem gültigen Weißdruck beruhen.
Wie oft wird das DWA-Regelwerk aktualisiert?
Aktualisierungen erfolgen bedarfsgerecht – es gibt keinen festen Zeitplan. Änderungen entstehen durch technische Weiterentwicklungen, neue gesetzliche Rahmenbedingungen oder Praxiserfahrungen. Informationsdienste der DWA informieren über Neuerungen.
Gilt das DWA-Regelwerk auch für private Unternehmen?
Die Gültigkeit des DWA-Regelwerks richtet sich nach Rechtsvorschriften und Verträgen, unabhängig von Trägerschaft oder Eigentumsverhältnissen. Es gilt für alle, die wasserwirtschaftliche Anlagen planen, bauen oder betreiben, sofern dies durch Gesetze, behördliche Vorgaben oder vertragliche Regelungen festgelegt ist.
Was muss ich tun, wenn ich von einer DWA-Regel abweichen möchte?
Jede Abweichung erfordert eine umfassende Dokumentation und einen Gleichwertigkeitsnachweis. Dazu gehören Risikobewertung, Prüfnachweise und meist die Abstimmung mit den zuständigen Behörden.
Wie dokumentiere ich die Einhaltung im Managementsystem?
Ein Regelwerksregister mit Angaben zu Dokumentnummer, Ausgabestand, Status und Verantwortlichen ist ratsam. Ergänzen Sie Prüflisten, SOPs und revisionssichere Ablagen. Legen Sie Prozesse zur regelmäßigen Überprüfung und Aktualisierung fest.
Wie verhält sich das DWA-Regelwerk zu DIN/EN/ISO?
DWA-Dokumente konkretisieren und ergänzen die allgemeinen Anforderungen der DIN-, EN- und ISO-Normen speziell für die deutsche Wasserwirtschaft. Die projektspezifische Berücksichtigung und Dokumentation sind Pflicht.
Darf ich DWA-Dokumente intern frei kopieren?
Die interne Nutzung unterliegt den Lizenzbedingungen und dem Urheberrecht der DWA. Stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen über geeignete Lizenzen verfügt und beachten Sie Einschränkungen in digitalen Ausgaben wie Wasserzeichen oder DRM.
Gibt es DWA-Regelwerke auf Englisch?
Für ausgewählte Schlüsselregelwerke bietet die DWA englische Übersetzungen an, insbesondere für internationale Projekte oder Partner. Die Verfügbarkeit finden Sie im DWA-Shop oder in den Produktbeschreibungen.
Wie gehe ich bei Änderungen während eines Projekts mit verschiedenen Versionen um?
Legen Sie vertraglich einen Stichtag für den maßgeblichen Regelwerksstand fest und regeln Sie das Vorgehen bei unterjährigen Änderungen mit Hierarchiematrix und Änderungsmanagement. Dokumentieren Sie alle Anpassungen systematisch im Regelwerksregister.
Welche Datenformate werden für die Dokumentation und den Austausch angewendet?
Für die elektronische Dokumentation von Zustandsdaten werden in Deutschland insbesondere ISYBAU-XML, DIN EN 13508-2 und nationale Erweiterungen wie DWA-M 149-2 verwendet. Diese sind mit gängigen GIS- und Asset-Management-Systemen kompatibel.